Samson und Nadjeschda – Andrej Kurkow
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Samson und Nadjeschda – Andrej Kurkow

September 12, 2022

Kiew 1919: Gerade zur Vollwaise geworden, stößt der junge Samson beinahe zufällig zur neuen sowjetischen Polizei. Sein erster Fall ist gleich äußerst mysteriös: Ein abgeschnittenes Ohr, ein Knochen aus reinem Silber und ein Anzug aus feinem englischen Tuch geben ihm Rätsel auf. Doch zum Glück lernt Samson die patente Nadjeschda kennen, die ihm hilft und an der er schon bald sein Herz verlieren wird. (Klappentext)

Mitten in den Wirren des Bürgerkrieges, der letzten Endes in der Übernahme der Ukraine in den Verbund der Sowjetstaaten endet, steht Samson plötzlich als Vollwaise da. Vor seinen Augen wurde sein Vater, der letzte bis dahin Überlebende seiner Familie, von einem Schwert getroffen.

Der Autor schildert in diesem Roman das schwere Leben der einfachen Bevölkerung in Kiew um 1917/ 1919. Es gibt kaum etwas zu essen, Menschen versuchen, sich mit Tauschgeschäften über Wasser zu halten. Alles Brauchbare, selbst Möbel, werden requiriert, fremde Menschen in private Wohnungen einquartiert.
Der Polizeiapparat ist ein einziges Chaos. Linientreue Polizisten aus der Zeit des Zaren sind spurlos verschwunden oder suchten von selbst das Weite. Neue Milizionäre sind kaum aufzutreiben.

Vorrangig geht es Kurkow also darum, die Zustände in Kiew gegen Ende des sowjetisch-ukrainischen Krieges zu beschreiben. In diesem Zusammenhang, um den Sachverhalt der Geschehnisse in Romanform weiter zu verfolgen, kann ich Michail Bulgakows „Die weiße Garde“ empfehlen.

„Samson und Nadjeschda“ ist der Auftakt einer Krimireihe. Unter dem letzten Satz des Romans steht „Ende. Aber Fortsetzung folgt.“ Ich bin gespannt.

  • ISBN: 978 3 257 07207 5
  • Verlag: Diogenes
  • Aus dem Russischen von Johanna Marx und Sabine Grebing

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