Stalingrad – Wassili Grossman
Buchvorstellungen

Stalingrad – Wassili Grossman

März 6, 2022

April 1942, der deutsch-sowjetische Krieg tobt seit einem Jahr, doch im Hause der Familie Schaposchnikow mag man nicht glauben, dass die deutschen Truppen bis nach Stalingrad vorrücken könnten. Dann aber schlägt die Rote Armee ihre Lager dort auf, und die scheinbar noch ferne Bedrohung ist plötzlich grausame Wirklichkeit.
Eindringlich und voller erzählerischer Kraft entfaltet Wassili Grossman ein gigantisches Panorama des Krieges, seiner Schauplätze und der Menschen, die von ihm verschlungen werden, der weitverzweigten Familie Schaposchnikow, einfacher Arbeiter und Bauern, Soldaten, ranghoher und niederer, russischer und deutscher.

(Umschlagtext)

Der Klappentext sagt es schon aus: Es ist ein unglaubliches Panorama, es bleiben tiefste Eindrücke. Eindrücke vom Grauen des Krieges, vom Verschwinden einfacher Menschen, von Kämpfen, die ganze Garnisonen auslöschen.
Grossman lässt Szenen aufleben, in denen der Leser mit Familienmitgliedern um ihre Angehörigen bangt, in denen der Leser in Schützengräben sitzt, während seine Kameraden um ihn herum sterben.
Es gibt auch kleine Szenen, die im Kopf bleiben: Da ist zum Beispiel der deutsche Panzer, der plötzlich absichtlich aus dem Konvoi ausbricht und völlig grundlos flüchtende Frauen, Kinder, Alte und Schwache überfährt. Oder das gut gemeinte Hilfspaket aus Amerika, gedacht für russische Frauen im Kriegsgebiet: darin seidene Unterwäsche. Als die russische Soldatin fragt, was sie damit soll, trifft eine Kugel ihren Kopf und durchlägt ihre Stirn. Später sollten deutsche Soldaten das Paket finden und als Trophäe mit nach Hause nehmen.

Solche Bücher sind es, von denen ich mir wünschte, sie würden in der Schule behandelt. Auch wenn sich dieser Roman über 1200 Seiten zieht. Es gibt einen zweiten Teil, der genauso empfehlenswert ist: „Leben und Schicksal“.

Wassili Semionowitsch Grossman (1905 – 1966) war zunächst einer der anerkanntesten linientreuen Schriftsteller der Sowjetunion. Die Erfahrungen während des Krieges, die Katastrophe der europäischen Juden, die auch ihn unmittelbar traf, sowie die vielen Schicksale, denen er als Korrespondent der Armeezeitung „Roter Stern“ begegnete, veränderten sein Leben jedoch von Grund auf und er wurde zu einem der unbeugsamsten Chronisten seiner Zeit. „Stalingrad“ ist der erste Teil seines epischen Romanprojektes über den deutsch-sowjetischen Krieg, das er mit „Leben und Schicksal“ vollendete. Die vorliegende Ausgabe bietet erstmals eine rekonstruierte Urfassung des Werkes, die Grossmans ursprünglicher Vorstellung seines Romans gerecht zu werden versucht. (Klappentext)

• ISBN: 978 3 546 10013 7
• Verlag: Claassen
Aus dem Russischen von Christiane Körner, Maria Rajer und Andreas Weihe; der Anhang wurde aus dem Englischen übersetzt von Anselm Bühling.

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